Ein Monat in Buenos Aires schon rum! Und es ist ätzend, dass ich so lange nichts mehr geschrieben habe, weil jetzt natürlich wieder so viel nachzuerzählen ist, dass man das nie im Leben alles in ein Update packen kann, geschweige denn lebendiger als eine Stichpunktliste gestalten kann.
Trotzdem ein kleiner Zeitraffer: Wir haben unsere Visa (es hatte was vom rosa Passierschein 21 A bei Asterix & Obelix), wir sind eingeschrieben (was zusätzlich zu 100 Euro Matrikelgebühr 265 Euro pro
Modul kostete, anstatt einmalig, wie ursprünglich gedacht), wir wohnen beide in WG-Zimmern, und morgen geht für uns beide die Uni los.
An der Stelle enden die Gemeinsamkeiten, denn während Simon wie üblich den wohntechnischen Volltreffer gelandet hat, habe ich eher daneben gegriffen und muss Ende des Monats noch einmal umziehen. Ich wohne in einem schön geräumigen Zimmer in einer altmodischen, niedlichen, hellen Maisonettewohnung mit dem gemütlichsten Bett der ganzen Welt... aber leider ist meine präsenteste Mitbewohnerin (die anderen beiden sind zwei nette Mädels, nur leider kaum da) meine sechzigjährige Vermieterin, die direkt neben mir wohnt, und unser beider Zimmer haben nur Türen/Fenster auf das Wohnzimmer, das sowas wie ein geschlossener Patio ist, der groß und hallend und hellhörig ist und zudem auch noch Küche, Badtür und Esstisch beinhaltet. Das heißt im Klartext, dass meine Privatsphäre sich auf meine geschlossene Glastür mit Vorhang beschränkt und akustisch sehr schnell vorbei ist. Wenn sie schläft, kann ich nichts in normaler Lautstärke tun. Wenn sie mit jemandem im Wohnzimmer ist, ist sie akustisch quasi in meinem Zimmer. Wenn ich mittags verkatert aufwache (was das ein oder andere Mal eventuell vorkam *hust*), will ich ihr nicht direkt in die Arme laufen und einen dezent missbilligenden Blick ernten. Wenn ich mit jemandem spätabends kurz vorbeikomme und in leiser Stimme rede, wacht sie auf. GNAH.
Daher ziehe ich zum April also wieder aus und diesmal in ein kleineres Zimmer mit Fenster (yes!) und Balkon, in einem schönen Haus mit großem Wohnzimmer, großer Küche, schöner Terrasse - und 4 internationalen Mitbewohner Anfang 20 & sehr nettem Vermieterpärchen Ende 20 nebenan. Juhei! Ausführlicheres (und auch Fotos) dann demnächst.
Morgen, wie gesagt, also erster Unitag. Ich belege jetzt zwei Kurse, von denen einer drei- und einer vierstündig ist, und die mir beide hoffentlich als volle Module für Regionalstudien Lateinamerika am OSI anerkannt werden. Mein Stundenplan sieht fantastisch aus:
Montag 19-21 h: Historia Argentina
Dienstag 17-20 h: Transición, Crisis y Reforma: Los Nuevos Escenarios en América Latina
Mittwoch 19-21 h: Historia Argentina
und fertig! Dazu kommen anscheinend noch je ein privates (?) Tutorium pro Kurs die Woche - aber noch keine Ahnung, wie das aussehen wird. Erstmal bin ich jedenfalls zufrieden und kann mich in Ruhe meinen
Hausarbeiten anderen Beschäftigungen widmen...
Ansonsten bisher alles gut. Es gab ein vierstündiges Manu Chao-Konzert unter freiem Himmel, deutschen Besuch auf der Durchreise, es gab die ein oder andere tote Kuh, die ein oder andere Party, die ein oder andere Flasche Pisco und vieleviele Flaschen
Quilmes*. Ich war 2 Tage in Uruguay, zu denen es eventuell noch einen gesonderten Post mit Bildern geben wird, sobald ich die schönste Auswahl von allen betroffenen Speicherkarten habe.
Ich liebe Buenos Aires. Mittlerweile habe ich das Gefühl, mich hier gut auszukennen (gut, in den vier relevanten Stadtteilen eben) und fühle mich zuhause, wenn ich aus der Tür gehe und meinen Schlüsselbund in die Tasche schiebe und überprüfe, ob ich genug Münzen und Geduld für den
colectivo habe oder lieber 6 Blocks zur
Subte laufen soll - so Kleinigkeiten halt. Ich bin gespannt, wie es ab morgen wird, wenn es endgültig losgeht.
Wie immer einen lieben Gruß an alle - ich hoffe, ihr habt schöne Semesterferien. Schreibt mir, was bei euch so los ist und war, und ich will Karnevals- und Skifahrfotos sehen!
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Disclaimer: Die zu Illustrationszwecken verlinkten Fotos sind nicht meine, sondern creative commons von flickr.com...